PicDrop kostenlos nutzen: Was der Free-Tarif kann und wo er endet
PicDrop hat einen dauerhaft kostenlosen Tarif. Kein Testzeitraum, keine Kreditkarte, keine automatische Umstellung nach 14 Tagen. Das ist bemerkenswert, weil viele Anbieter im Galerie-Markt inzwischen nur noch befristete Trials anbieten.
Die Frage ist, was du damit tatsächlich machen kannst. Die kurze Antwort: Den Workflow kennenlernen — ja. Kundenarbeit abwickeln — in den allermeisten Fällen nicht.
Was der kostenlose Tarif enthält
| Free-Tarif | |
|---|---|
| Speicher | 1 GB |
| Galerien | maximal 3 |
| Bildauswahl & Kommentare | ja |
| RAW-Upload | ja |
| Video-Upload/Download | ja |
| Video-Streaming & Vorschau | nein |
| Laufzeit | unbefristet |
Stand August 2026. Aktuelle Angaben stehen auf der PicDrop Preisseite.
Funktional ist der Free-Tarif nicht beschnitten, wo es weh tut: Bildauswahl, Kommentare und RAW-Upload sind dabei. Begrenzt ist im Wesentlichen die Menge — und beim Video die Wiedergabe.
Warum 1 GB in der Praxis schnell endet
1 GB klingt abstrakt. Rechnen wir es konkret durch.
Eine JPEG-Datei aus einer Vollformatkamera in voller Auflösung liegt je nach Motiv und Komprimierung bei etwa 8–15 MB. Damit passen rund 70 bis 120 Bilder in den kostenlosen Speicher — einmalig, über alle Galerien hinweg.
Ein einzelnes Porträt-Shooting mit 40 ausgewählten Bildern passt also. Eine Hochzeit mit 600 Bildern sprengt das Limit um ein Vielfaches. Ein Business-Shooting, bei dem du RAWs mit einem Retuscheur austauschst, ist nach wenigen Dateien voll — RAWs liegen je nach Kamera bei 25–60 MB pro Bild.
Dazu kommt die Begrenzung auf 3 Galerien. Selbst wenn du sehr klein komprimierst, kannst du nur drei Kundenprojekte gleichzeitig offen halten. Wer vier Kunden parallel bedient, muss die erste Galerie löschen, bevor die vierte entstehen kann.
Der Punkt, den man vorher wissen sollte
Der kostenlose Tarif hat eine Eigenschaft, die erst relevant wird, wenn du vorher bezahlt hast: Beim Rückstieg von einem bezahlten Tarif auf Free gelten wieder die Free-Grenzen. Alles, was darüber liegt, bleibt zwar in deinem Account, ist aber für Dritte nicht mehr zugänglich und nicht mehr herunterladbar.
Konkret heißt das: Wenn du ein Jahr lang Pro genutzt hast und dann auf Free zurückgehst, funktionieren die Galerie-Links, die deine Kunden haben, nicht mehr. Die Daten sind nicht gelöscht, aber die Kunden kommen nicht mehr dran.
Das ist branchenüblich — kein Anbieter kann unbegrenzt Speicher für zahlungsfreie Accounts vorhalten. Aber es ist der Grund, warum "kostenlos" bei Galerie-Tools eine andere Bedeutung hat als bei einer Software, die du einmal installierst: Die Erreichbarkeit deiner Lieferungen hängt am laufenden Abo.
Kostenlose Alternativen im Vergleich
Wenn der PicDrop-Free-Tarif nicht reicht, lohnt der Blick auf die Gratis-Angebote anderer Anbieter. Das Muster ist bei allen ähnlich, die Zahlen unterscheiden sich.
| Anbieter | Kostenlos verfügbar | Speicher gratis | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| PicDrop | dauerhaft | 1 GB, 3 Galerien | RAW-Upload dabei |
| Pixieset | dauerhaft | 3 GB, unbegrenzte Galerien | Shop mit 15 % Provision |
| Pic-Time | dauerhaft | begrenzt | Shop-Fokus |
| Scrappbook | dauerhaft | begrenzt | deutscher Anbieter, AV-Vertrag |
| Pixellu Galleries | nur Testphase | — | Abrechnung pro Galerie |
| Exportlab | 7 Tage Test, kein Dauergratis-Tarif | — | Guest Pass für reine Gast-Uploads |
Stand August 2026. Prüfe die Angaben beim Anbieter, bevor du dich entscheidest — kostenlose Tarife ändern sich häufiger als bezahlte.
Zur Einordnung in eigener Sache: Exportlab hat keinen dauerhaft kostenlosen Tarif. Es gibt sieben Tage Test ohne Kreditkarte und den Guest Pass, der ausschließlich Gast-Uploads abdeckt. Wer eine echte Dauergratis-Lösung sucht, ist bei Pixieset oder PicDrop besser bedient — das ist bei einem Artikel über kostenlose Optionen die ehrlichere Auskunft als ein Verweis auf die eigene Testphase.
Auffällig ist Pixieset mit 3 GB und unbegrenzten Galerien: mehr Volumen und keine Galerie-Grenze. Der Haken liegt woanders — im kostenlosen Tarif behält Pixieset 15 % Provision auf Shop-Verkäufe ein, und RAW-Upload gibt es nicht.
Wann sich der Wechsel auf einen bezahlten Tarif lohnt
Die Rechnung ist unspektakulär, aber sie hilft: Der PicDrop Pro-Tarif kostet im Jahresabo 8,39 € netto pro Monat. Das ist ungefähr der Gegenwert von zwei Kaffees.
Wenn du pro Monat auch nur einen einzigen Job über eine Galerie abwickelst, bei dem du sonst ZIP-Dateien packen, hochladen, Links verschicken und Auswahllisten aus E-Mails zusammensuchen würdest, hast du diesen Betrag in Zeit schon wieder drin. Die Frage ist selten, ob ein bezahlter Tarif zu teuer ist. Die Frage ist, ob du das Tool oft genug nutzt, dass es sich überhaupt bemerkbar macht.
Für Einsteiger, Nebenberufler und alle, die wenige Jobs im Jahr haben, kann der kostenlose Tarif tatsächlich reichen — vorausgesetzt, du löschst Galerien konsequent nach der Lieferung.
Was kostenlose Tarife grundsätzlich nicht leisten
Ein Punkt, der über PicDrop hinausgeht: Kostenlose Tarife sind bei allen Anbietern zum Evaluieren gebaut, nicht zum Arbeiten. Das ist kein Vorwurf, sondern das Geschäftsmodell. Wer auf einer Gratis-Lösung besteht, zahlt an anderer Stelle — in Zeit, im Auftritt gegenüber dem Kunden oder in Werbung innerhalb der Galerie.
Die produktivere Frage ist deshalb nicht "Was ist umsonst?", sondern "Was kostet mich mein aktueller Ablauf an Zeit?". Wenn du pro Job eine halbe Stunde damit verbringst, Auswahl, Feedback und finale Dateien zusammenzusuchen, sind zehn Jobs im Monat ein voller Arbeitstag.
Und wenn dein Workflow über die reine Galerie hinauswächst — Video-Review, Uploads vom Kunden, wiederkehrende Firmenkunden — dann ist die Tarifstufe ohnehin nicht mehr die entscheidende Größe. Dann geht es darum, wie viele Tools du nebeneinander betreibst. Mehr dazu in unserem Überblick über PicDrop Alternativen und in der detaillierten Aufschlüsselung der PicDrop Preise.
FAQ: PicDrop kostenlos
Ist PicDrop wirklich dauerhaft kostenlos?
Ja. Der Free-Tarif läuft unbefristet, ohne Kreditkarte und ohne automatische Umstellung. Er ist auf 1 GB Speicher und 3 Galerien begrenzt.
Wie viele Bilder passen in 1 GB?
Bei JPEGs aus einer Vollformatkamera etwa 70 bis 120 Bilder, je nach Auflösung und Komprimierung. Bei RAW-Dateien deutlich weniger — dort liegt eine einzelne Datei bei 25–60 MB.
Kann ich im kostenlosen Tarif Videos nutzen?
Nur eingeschränkt. Videodateien lassen sich hoch- und herunterladen, aber nicht abspielen. Streaming, Schnellvorschau und Vorschaubild sind Pro- und Business-Funktionen.
Was passiert, wenn ich das Limit überschreite?
Galerien und Dateien oberhalb der Free-Grenzen sind für Dritte nicht mehr zugänglich und nicht mehr herunterladbar. Das betrifft vor allem den Rückstieg von einem bezahlten Tarif: Alte Kunden-Links funktionieren danach nicht mehr.
Welche kostenlose PicDrop Alternative hat den meisten Speicher?
Unter den bekannten Galerie-Anbietern bietet Pixieset mit 3 GB und unbegrenzten Galerien das größte kostenlose Kontingent. Dafür fällt im Free-Tarif eine Provision von 15 % auf Shop-Verkäufe an, und RAW-Upload wird nicht unterstützt.
Hat Exportlab einen kostenlosen Tarif?
Nein, keinen dauerhaften. Es gibt eine siebentägige Testphase ohne Kreditkarte sowie den Guest Pass, der ausschließlich Gast-Uploads ermöglicht. Wer dauerhaft kostenlos liefern will, ist bei PicDrop oder Pixieset richtig.
Reicht der kostenlose Tarif für eine Hochzeit?
Nein. Eine Hochzeitsgalerie mit mehreren hundert Bildern liegt bei 5–10 GB und überschreitet das 1-GB-Limit deutlich. Für Hochzeiten führt praktisch kein Weg an einem bezahlten Tarif vorbei.
Fazit
Der kostenlose PicDrop-Tarif ist ehrlich gebaut: unbefristet, funktional kaum beschnitten, mit RAW-Upload sogar großzügiger als manche Konkurrenz. Was ihn begrenzt, ist die Menge — 1 GB und 3 Galerien sind ein Testrahmen, keine Arbeitsgrundlage.
Nutze ihn genau dafür: einen echten kleinen Job komplett durchspielen und danach entscheiden. Wenn der Ablauf passt, ist der Sprung auf den Jahres-Pro-Tarif klein. Wenn dir dabei auffällt, dass dir etwas fehlt — Video-Review, Kunden-Uploads, ein Ort für wiederkehrende Projekte — dann ist nicht der Tarif das Thema, sondern die Werkzeugwahl.


